Meine Kritik hierdran (aber vielleicht auch nur darauf zurückzuführen, dass ich das ES nicht kenne): Leicht zu schreiben, schwer zu spielen. (siehe Vor-/Nachteile) Vielleicht deswegen so aufgeschrieben, statt sich mit
Lavinthal oder
revolving discards zu befassen? Jedenfalls hab ich nichts dagegen, im Gegenteil, ich bin sogar dankbar demjenigen, der das alles besser erklären kann als ich. Ich gebe zu: hier bin ich ein wenig lustlos.
Für "schwer zu spielen" halte ich die Abwurfsmarken im Sologegenspiel deswegen, weil mit l-rd es schneller und damit leichter geht: ein Abwurf genügt, meist hat man eh nur diesen einen. Aber selbstverständlich geht's mit den ES-Marken auch. Und auf alle Fälle besser als ohne.
eben erlebt, ein super Beispiel für l-rd gegen e.s.:
bubensolo an 1, ich an 4 mit folgendem Blatt:
klein bube,kreuzD; Pik10,K,D; Herz 10,10,K,9; Karo K,D,D.
Pikbube kommt vor, 2 zögert auf Kreuzbuben zum Pfunden, kein Kontra, schmeißt kreuz 9 (übrigens genau die richtige Marke: hat zwar doppel Herzas, aber die Marke auf sein Kreuzas war wichtiger für seinen Partner mit dem anderen Kreuzas; großes Doko!!!*gg), bedien, bedien. Nu 2. Stich: Kreuzbube, herzklein (farbwechsel! zeigt also sicher sein kreuzas an und ist ein indiz für herzstärke, also auch wieder perfekt mit e.s. marken gespielt), bedien... nu ich? was tun?
halbstopper in pik, stopper in herz.
karoabwurf? verweist eher auf karo, scheidet also aus, denn vielleicht stellt Partner ja dann sein As blank (ischa gut möglich bei meiner 3er länge in karo).
Herzabwurf? klar, geht, doppel10 zu dritt bleibt ja ein stopper, aber schwächt diesen und siehe auch karo (übrigens machten wir 4 stiche in herz, da beide asse bei uns und solist 3 herzen, die machen wir nicht, wenn ich herzabwerfe, wusste ich aber da noch nicht und ist ja auch sehr unwahrscheinlich sowas).
pik darf ich nicht abwerfen, wegen halbstopper, den ich auch keinesfalls ohne not - schon gar nicht im zweiten stich - wegwerfen darf.
bei l-rd-marken hätte ich den Karokönig gut als Marke für meinen Herzstopper setzen können, bei e.s. kann ich das nicht, denn mein nächster abwurf mit dame - auch ein bedienen auf karo - ist eine hoch/tief marke, die fälschlich dann mein nichtvorhandenes karoas signalisiert, herz marke nach e.s. (ebenfalls hoch/tief) hätte mir den stopper zerstört.
ich hab kreuz abgeworfen. die dame!
bei l-rd heißt das ganz deutlich: keine marke möglich!! nach e.s. heißt es entweder nix, oder partner stellt sein as blank (beide asse waren bei uns und kreuz war original blank beim solisten, in diesem fall also egal)
ergo: l-rd hat bei diesem blatt den sofort erkennbaren vorteil meiner NICHTmarke. damit kommt das e.s. nicht mit, egal wie gut es sonst ist! und speziell in diesem Fall darüber hinaus hätte ich mit ihnen meine herzstopperstärke markieren können.
Ich weiß gar nicht: kann e.s. eigentlich stopper oder halbstopper markieren? wohl eher nicht, oder?
q.e.d.
euer jo
Bei Ass-Signalen werden nur einzelne Asse signalisiert. Wer nix zu markieren hat, braucht zwei Abwurfstiche, damit er dieselbe Farbe erst niedrig, dann hoch abwerfen kann.
Wenn nur ein Stich Zeit ist für die Nichtmarke, dann wird einfach die schlechteste eigene Farbe möglichst ohne Zögern weggeworfen. Bei dir war das vermutlich Karo. Das verspricht doch frühestens beim nächsten Abwurf Karostärke, und auch nur dann, wenn du dort was anderes wegwirfst, oder?
Um andere Dinge als Asse zu markieren, etwa lange Farben, sieht das ES sogar RD-Marken vor, um die guten Farben nicht zu kürzen. Schau dir mal Seie 60 im PDF an, das unten im Artikel verlinkt ist. :-) Dort stehen Dame, Bube, Neun für die nächstkleinere Restfarbe von der Abwurfkarte aus, König und Zehn auf die nächsthöhere. Eine solche Marke wird im dortigen Beispiel ausschließlich von einem Abfrager auf einen Partnerstich gegeben!
Was wir bisher mit "ES-Marke" bezeichnen, heißt zur Abgrenzung von RD wie gesagt "Ass-Signal". ES-RD kommt offenbar nur in klar erkennbaren Situationen zum Einsatz, wenn schon bekannt ist, dass der Spieler Stärken hat. Daher bedarf es keiner Nichtmarke.